Matthias Dennig/ Oktober 23, 2018/ Uncategorized

Compliance – das Handeln im Einklang mit geltendem Recht – ist für Finanzinstitute ein Thema von immer größerer Bedeutung. Seit der Bankenkrise 2008 sind die Anforderungen stetig gewachsen und bei internationalen Geschäftsbeziehungen müssen die Regularien und Gesetze anderer beteiligter Länder beachtet werden. Die EU hat eine Reihe von Gesetzen erlassen, deren Ziel Terrorismusbekämpfung, Transparenz bei allen Geschäftsbeziehungen, Korruptionsbekämpfung und -prävention sowie Einhaltung der EU-Datenschutzrichtlinien ist. Ein paar der wichtigsten Vorgaben sollen hier angesprochen werden

EU-Antiterrorismusverordnung, Geldwäscherichtlinien, Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention

Hierzu gehören u. a. die EU-Antiterrorismusverordnung, nach der jedes Unternehmen sicherzustellen hat, dass seine Geschäftskontakte auf keiner Sanktionsliste vermerkt sind, die Geldwäscherichtlinien 3 bis 5 mit ihren Legitimationsprüfungen sowie das Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention. Hier wurde schon 2012 der Paragraph 6 geändert, wonach Finanzdienstleister seitdem verpflichtet sind, auch bei inländischen Vertragspartnern oder wirtschaftlich Berechtigten zu prüfen, ob es sich bei diesen um PEPs (politisch exponierte Personen) handelt, bei denen man aufgrund ihrer einflussreichen Position von einem höheren Risiko der Korruption und Geldwäsche ausgeht.

EU-DSGVO, Transparenzregister

Die EU-DSGVO, die Europäische Datenschutzgrundverordnung, gilt seit dem 25. Mai 2018 und stellt europaweit neue Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Gefordert wird die Etablierung eines Datenschutzmanagementsystems (DSMS), durch das nachgewiesen werden kann, wo sich personenbezogene Daten befinden und das Zugriffe auf diese erkennbar und nachvollziehbar macht. Die Nichterbringung dieser Rechenschaftspflichten wird mit teils drastischen Bußgeldern geahndet.  Bereits mit in Kraft treten des Gesetzes zur Umsetzung der 4. EU – Geldwäscherichtlinie am 26. Juni 2017 wurde in Deutschland das Transparenzregister eingeführt.  Es dient der Erfassung und Zugänglichmachung von Angaben über wirtschaftlich Berechtigte von Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften und Stiftungen, die auf dem Finanzmarkt agieren. Das Register wird als hoheitliche Aufgabe des Bundes von der registerführenden Stelle elektronisch geführt. Meldungen mussten erstmalig zum 1. Oktober 2017 erfolgen. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet, in besonders schweren Fällen können diese auch in Millionenhöhe verhängt werden.

Nur Aufwand und Kosten? Auch Chancen!

Die oben genannten Regularien sind lediglich ein Teil der zahlreichen Vorgaben, auf die reagiert werden muss. Sicher, ihre Einhaltung ist mit einem enormen administrativen Aufwand und auch hohen Kosten verbunden. Die Compliance-Anforderungen nehmen zu, die Vorgaben werden strenger und die Bußgelder höher. Die fortschreitende Globalisierung bietet enorme Chancen, aber birgt eben auch neue Risiken, vor denen man sich schützen muss. Und das hat seinen Preis. Doch warum sollte man diesen Kostenfaktor und die neuen Herausforderungen nicht in einen Wettbewerbsvorteil umwandeln können?  Es bieten sich Chancen, die erkannt und genutzt werden wollen. Die oben schon angesprochenen Geldwäsche-Richtlinien haben Legitimationsprüfungen festgelegt, durch die Kreditinstitute geschützt werden. Im Rahmen von „Know-Your-Customer-Aktivitäten“ werden diese Sorgfaltspflichtprüfungen, abgeleitet vom englischen Begriff „Customer Due Diligence (CDD) durchgeführt und dienen der Identifizierung von Vertragspartnern. Und wer weiß nicht gerne,  mit wem er es zu tun hat, um sich so vor bösen Überraschungen zu schützen? Ein weiterer wichtiger Vorteil einer funktionierenden Compliance ist die Verhinderung von Korruption und als Folge die Einsparung von Bußgeldern, die sonst aus Skandalen in der Finanzindustrie entstehen würden. Durch eine wirksame Compliance lassen sich diese verhindern.

„Tue Gutes und sprich darüber“

Wer die Compliance-Vorgaben erfüllt, sich an die Regeln hält und die eingesetzten Maßnahmen nach außen kommuniziert, schafft sich eine gute Reputation. Vertrauen entsteht und das führt letztendlich zu einer größeren Kundenbindung. Kunden möchten sich auf ihr Kreditinstitut verlassen können, begrüßen Transparenz sowie Gesetzeskonformität und danken dies mit ihrer Treue. Der Wettbewerbsvorteil für Finanzdienstleister mit einer funktionierenden Compliance liegt also auf der Hand. Diese steht und fällt jedoch mit ihren Mitarbeitern. Hier liegt die nächste Herausforderung. Das Thema Compliance muss auch im Unternehmen richtig kommuniziert werden. Gelingt es, eine echte Compliance-Kultur zu erschaffen, deren Sinn alle Beteiligten verstehen und an der sie gerne mitwirken, so können ein ganz neuer Zusammenhalt und Teamgeist entstehen–das Fundament für Erfolg. Gründe genug also, in Compliance zu investieren und optimistisch in die Zukunft zu schauen.

 

Quellen:

https://www.bafin.de/DE/DieBaFin/GrundlagenOrganisation/Compliance/compliance_node.html; Zugriff 14. September 2018

https://www.bankingclub.de/news/compliance/was-bedeutet-die-eu-dsgvo-fuer-banken-und-ihre-kunden; Zugriff 14. September 2018

https://www.haufe.de/finance/jahresabschluss-bilanzierung/compliance-compliance-als-wettbewerbsvorteil_188_138992.html; Zugriff 14. September 2018

https://www.management-circle.de/blog/risikokultur-nur-eine-complianceuebung; Zugriff 15. September 2018

https://www.springerprofessional.de/finanzbranche/compliance/compliance-ist-der-groesste-kostentreiber/13298260; Zugriff 15. September 2018

https://www.management-circle.de/blog/bewusst-handeln-compliance-in-banken; Zugriff 15. September 2018

https://www.haufe.de/thema/transparenzregister; Zugriff 15. Oktober 2018-10-15

https://www.gruenderszene.de/allgemein/transparenzregister-langsamen-startups-drohen-bussgelder?interstitial_click Zugriff 15. Oktober 2018

https://www.transparenzregister.de/treg/de/start?5 Zugriff 15. Oktober 2018

Matthias Dennig

Über Matthias Dennig

Seit dem 1. Juli 2016 hat Matthias Dennig die Presales Verantwortung für das Produkt SMARAGD aces360 übernommen. Sein Aufgabengebiet umfasst die Beratung der Interessenten und Unterstützung bei der Neueinführung des SAP BIS basierten Produkts SMARAGD aces360. Seit mehr als 15 Jahren ist er in diversen Großprojekten im In- und Ausland als Projektmanager im Compliance Umfeld für die targens GmbH tätig.