Susanne Hofrichter/ September 17, 2018/ Uncategorized

Compliance ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Die Herausforderungen wachsen und Unternehmen müssen immer weitere Maßnahmen ergreifen, die verhindern, dass es zu Gesetzesverstößen kommt. Compliance wird mehr und mehr zu einem integralen Bestandteil der Unternehmensführung und des Risikomanagements.

Für die einen mag das negativ belegt und mit Angst vor erheblichem Aufwand und Kosten verbunden sein, andere begreifen es als Chance – nicht zuletzt mit Hinblick auf den Kunden. Welchen Einfluss hat Compliance und wie wirkt sie sich konkret aus?

Verlorenes Vertrauen, verlorene Kunden

Verzichtet ein Unternehmen auf eine funktionierende Compliance-Lösung, kann das weitgreifende Auswirkungen haben. Kommen Schmiergeldzahlungen und Kartellabsprachen ans Licht, wird es teuer. Hohe Bußgeld-und Schadensersatzzahlungen sind die Folge, Genehmigungen können zurückgenommen und Fördergelder gestrichen werden. Siemens hat die Korruptionsaffäre in den Jahren 2006 bis 2008 rund zwei Milliarden Euro gekostet.  Und der Reputationsschaden war erheblich. Heute kann nichts mehr so leicht unter den Teppich gekehrt werden, die Medienwirksamkeit ist groß. Und dennoch – laut des „Report of the Nations on Occupational Fraud and Abuse“   melden noch immer 47% der Firmen Betrugsfälle nicht, aus Angst vor schlechter Publicity und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Kunden. Dieser will vertrauen können, ein Imageverlust wird nicht so schnell verziehen.

Compliance als Wettbewerbsvorteil

Eine positive Reputation schafft Vertrauen.  Der Kunde möchte sich auf sein Kreditinstitut verlassen können und in der Lebensmittel-, Textil- oder Autoindustrie auf eine saubere Lieferkette. Das Interesse an Compliance wächst stetig. Hier liegt die Chance. Sind die Vorgänge in einem Unternehmen transparent und werden die Regeln eingehalten, kann das nach außen transportiert werden. Auf diesem Weg wird Vertrauen geschaffen, die Kundenbindung funktioniert und der Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten mit einer zweifelhaften Firmenkultur  liegt auf der Hand. Für Unternehmen besteht demnach die größte Herausforderung in der Compliance-Kultur und der wirksamen Compliance-Kommunikation. Firmen mit einem funktionierenden Kontrollsystem müssen weniger Verluste durch Betrugsfälle hinnehmen und treten diese dennoch auf, werden sie schneller aufgeklärt. Alles Faktoren, die sich positiv auf die Kundenbindung auswirken. Der Kunde rückt als externer Compliance-Stakeholder in den Mittelpunkt.

Vorbeugen ist besser – was eine gute Compliance-Lösung leisten muss

Sicher kann auch eine gut funktionierende professionelle Krisenkommunikation dazu beitragen, dass Reputationsschäden eingedämmt werden, besser ist es allerdings, vorzeitig potenzielle Auslöser für Krisen zu identifizieren und auszuschalten. Hierzu bedarf es einer kompakten Compliance-Lösung, die durch Automatisierung und Nutzung neuester Technologien den Aufwand verringert und Kosten spart. Sie muss im Unternehmen systematisch Voraussetzungen schaffen, dass Verstöße wegfallen bzw. wesentlich erschwert werden und dass bereits eingetretene Verstöße erkannt und behandelt werden können. Moderne Techniken wie Predictive Analytics, Machine Learning, Big Data, Blockchain etc. müssen bei einer perfekten Lösung berücksichtigt werden, die präzisen Schutz bieten und sich durch Lernfähigkeit und Schnelligkeit auszeichnen soll. Es ist wichtig, dass große Mengen an Daten in kürzester Zeit abgeglichen und z. B. Echtzeit-Prüfungen von Zahlungen gewährleistet werden. Denn im Sinne des Kunden ist es auch, dass alle im Hintergrund laufenden Prozesse ihn nicht einschränken oder stören – er wird es Ihnen danken.

Es gibt noch viele Herausforderungen und große Chancen. Packen wir es an!

Quellen:

https://www.vright-compliance.de/compliance-wegweiser/anforderungen-compliance-management/; Zugriff 12. Juli 2018

https://www.faktenkontor.de/reputation-management-blog-reputationsprofis/gefahr-erkannt-aber-nicht-gebannt-compliance-verstose-bedrohen-unternehmensreputation; Zugriff 12. Juli 2018

https://www.welt.de/wirtschaft/Wirtschaftslexikon/article5752556/Compliance-soll-Korruption-verhindern.html; Zugriff 12. Juli 2018

https://www.compliance-manager.net/sites/default/files/dateien/the_future_of_compliance_2017_ergebnisband.pdf; Zugriff 12. Juli 2018

ACFE (2016): Report to the Nations. On occupational fraud and abuse

Susanne Hofrichter

Über Susanne Hofrichter

Susanne Hofrichter ist Product Manager bei der targens GmbH. Seit über 10 Jahren verantwortet sie Neu- und Weiterentwicklungen im Bereich Compliance. Ihr fachlicher Schwerpunkt liegt in den Themenbereichen AML, Fraud und KYC. Innovative Themen wie Data Analytics, Blockchain und Distributed Ledger Technologie liegen ihr ebenso am Herzen wie die Erfüllung regulatorischer Anforderungen.