Tobias Bumm/ Dezember 2, 2019/ Uncategorized

Weihnachten steht vor der Tür – wie jedes Jahr kommt es wieder viel zu schnell und damit das Problem: wo bekomme ich möglichst einfach die passenden Geschenke her? Nach der Arbeit noch in die Innenstadt und einen Parkplatz suchen? Oder sich am Samstag den Weg durch überfüllte Geschäfte quälen? Keine sehr attraktiven Vorstellungen. Die Alternative heißt online einkaufen. Ein paar Klicks und schon liegen die Geschenke im Einkaufskorb. Eigentlich ganz einfach, wenn es da nicht die Bedenken in puncto Sicherheit gäbe. Nur jeder fünfte Internetnutzer hält seine Daten im Netz für ausreichend geschützt und 67 Prozent geben an, auf bestimmte Internetaktivitäten aus Sicherheitsgründen zu verzichten. Nicht zu unrecht. Es gibt einiges zu beachten, damit auf die weihnachtliche Bescherung eine wirklich schöne ist.

Ist mein Händler seriös?

Das A und O beim Online-Einkauf – ein seriöser Händler. Doch wie kann ich sicher sein, genau solch einen gefunden zu haben und nicht etwa an einen Fake-Shop geraten zu sein? Neben anerkannten Gütesiegeln wie z. B. das „Trusted-Shop-Siegel“ gibt es ein paar leicht zu überprüfende Angaben, die auf der Website eines jeden zuverlässigen Händlers erscheinen müssen und die sich leicht überprüfen lassen. Meist reicht schon ein Blick ins Impressum. Vertrauenswürdige Händler geben dort vollständige Kontaktdaten inklusive Adresse und Telefonnummer an. Außerdem sollten die Gewerberegisternummer, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer sowie die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Informationen zum Datenschutz abrufbar sein. Auch muss der Kunde bereits vor dem Kauf die Möglichkeit haben, Angaben über das Widerrufs- und Rückgaberecht sowie die Kaufpreisrückerstattung abzurufen. Fake-Shops lassen sich oft auch daran erkennen, dass viele Rechtschreibfehler in den Beschreibungen auftauchen und die Produkte zu extrem günstigen Preisen angeboten werden. Eine Recherche im Internet nach Kundenbeurteilungen kann zudem helfen, sich ein genaues Bild vom Online-Händler zu machen[HB1] .

Zahlen? Aber sicher!

Bevor es zur endgültigen Zahlung kommt, gibt es seit 2012 die sogenannte „Button-Lösung“. Bestimmte Formulierungen wie „zahlungspflichtig bestellen“ oder „jetzt kaufen“ müssen auf den Abschluss des Bestellprozesses hinweisen. Dann kommt die große Frage: Wie bezahle ich? Häufig werden die Möglichkeiten Kreditkarte, Sofortüberweisung, Lastschrift/Bankeinzug, Nachnahme und Rechnung sowie Bezahldienste wie „Paypal“  angeboten. Für den Käufer ist nach wie vor das Bezahlen per Rechnung am sichersten. Er erhält die Ware, kann diese auf Mängel begutachten und gegebenenfalls bei Nichtgefallen zurücksenden ohne dass Kosten entstanden sind und – er gibt keine sensiblen Daten weiter. Werden andere Zahlungsarten gewählt, so sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese verschlüsselt gesendet werden. Meldungen wie „Sie haben ein geschütztes Dokument angefordert“ oder „Sie sind im Begriff, sich Seiten über eine sichere Verbindung anzeigen zu lassen“, kennzeichnen dies. Außerdem erscheint bei einer verschlüsselten Datenverbindung ein „s“ hinter den Buchstaben „http“ oder das Symbol eines geschlossenen Vorhängeschlosses in der Adresszeile. Häufig versuchen Betrüger auch durch gefälschte E-Mails („Pishing Mails“) an Passwörter für Kreditkarten oder Girokonten zu gelangen, indem sie Probleme beim Online-Banking vorgeben. Absender dieser E-Mails sollten deshalb eingehend geprüft und nie auf Links in diesen Mails geklickt werden!

Die zweite Zahlungsdiensterichtlinie der EU

Seit September dieses Jahres ist das Bezahlen online durch die Zweite Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Service Directive 2, PSD2) der EU sicherer geworden. Kunden müssen sich jetzt beim Bezahlen im Internet über zwei Faktoren aus verschiedenen Kategorien identifizieren, die sogenannte „Zwei-Faktoren-Authentifizierung“ oder auch „starke Kundenauthentifizierung“. Beim Bezahlen mit Kreditkarte haben die Kreditkarten-Unternehmen eine Version des 3-D-Secure-Verfahrens eingeführt, die den Regeln der PSD2 entspricht. Für den Kunden bedeutet dies, dass er auf jeden Fall weitaus besser geschützt ist, denn Kreditinstitute und Händler müssen zukünftig für die neuen Sicherheitsvorkehrungen sorgen. Ansonsten stehen sie für die entstandenen Schäden gerade, wenn beispielsweise bei einem Online-Händler mit einer gestohlenen  Kreditkarte eingekauft wird, ohne dass die starke Kundenauthentifizierung stattgefunden hat. Auch dürfen Online-Händler nach der neuen Regelung keine zusätzlichen Gebühren von ihren Kunden verlangen, wenn diese per Kreditkarte, Überweisung oder Lastschrift zahlen.

Online-Händler und -Plattformen in der Pflicht

Für den Online-Handel besteht viel Handlungsbedarf, der zwar mühsam erscheinen mag, aber für ein größeres Maß an Vertrauen beim Kunden sorgt und so letztendlich auch für einen größeren Markterfolg. Auch neue steuerliche Regelungen sind in Kraft getreten. Seit Januar dieses Jahres müssen Betreiber von Online-Plattformen und elektronischen Marktplätzen für nicht abgeführte Umsatzsteuer ihrer Händler haften. Ziel dieser Vorgabe ist es, dass die Verkäufer durch ihre Plattformen strenger überprüft und zur Einhaltung der Steuerpflicht angehalten werden. Bei Nicht-Befolgen der Compliance-Vorschriften drohen hohe Bußgelder sowie Schließung der Verkäuferkonten.

In Sachen Käuferschutz und seriösen Online-Handel wird also viel getan – gute Aussichten für einen entspannten Geschenkekauf und eine reiche Bescherung!


Quellen:

https://www.teltarif.de/internet/sicherheit/online-shopping.html; Zugriff: 4. November 2019

https://www.deutsche-bank.de/pfb/content/unternehmerwissen_10-tipps-fuer-einen-sicheren-online-kauf.html; Zugriff: 4. November 2019-11-06

https://www.finanztip.de/online-banking/bezahlen-im-internet/; Zugriff: 5. November 2019-11-06

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/meine-rechte-beim-onlineshopping-28123; Zugriff: 6. November 2019

https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/DE/DigitaleGesellschaft/EinkaufenImInternet/OnlineShoppingbeachten/OnlineShoppingbeachten_node.html; Zugriff: 5. November 2019

https://www.security-insider.de/was-online-shops-fuer-die-dsgvo-noch-tun-muessen-a-693489: Zugriff: 6. November 2019

Foto: freestocks.org / Unsplash