Tobias Bumm/ September 28, 2020/ Uncategorized

Unser Lebensstil ist zunehmend global und digital. So ist es nicht überraschend, dass Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P) mit einfachen Anmeldeverfahren, sofortigen Transaktionen, niedrigen Gebühren und einfachen grenzüberschreitenden oder währungsübergreifenden Transaktionen immer beliebter werden. P2P-Zahlungen passen einfach perfekt zu unserem neuen einfachen und schnelllebigen Lebensstil. Aber die Einfachheit, Schnelligkeit und niedrigen Kosten sowie die globale Reichweite ziehen nicht nur uns, sondern auch Kriminelle an.

Bei traditionellen Transaktionen sind die Banken für die Sorgfaltspflicht gegenüber Kunden verantwortlich. Sie analysieren das Risiko, überwachen laufende Transaktionen usw… Aber wer trägt das Risiko, wenn Finanzdienstleistungsorganisationen oder Nichtbank-Finanzinstitute (NBFI) diese Zahlungen vermitteln?

Wer trägt das Risiko bei P2P-Zahlungen?

Einige P2P-Zahlungsdienste vermitteln lediglich zwischen Kunde und Bank, um Zahlungen über etablierte Banknetze zu erleichtern. Andere bieten zusätzliche Dienste an, wie z.B. Konten mit gespeichertem Wert und Kredit- oder Direktzahlungsverarbeitung, sodass sie in Wirklichkeit selbst zu digitalen Banken werden.

Manchmal weisen Regulierungsbehörden die Verantwortung dem Zahlungsvermittler zu. In anderen Fällen deckt die Bank das Risiko ab. Doch allzu oft werden die Verantwortlichkeiten zwischen den beiden Finanzdienstleistern aufgeteilt, insbesondere wenn das Unternehmen für digitale Zahlungen seinen Kunden bankähnliche Dienstleistungen anbietet. Dann werden die Dinge besonders vage und Banken machen sich zu Recht Sorgen das restliche Risiko übernehmen zu müssen.

Aus diesem Grund sollten Vermittler transparent und compliant sein, sonst riskieren sie ihre Verbindungen zu der etablierten Zahlungsarchitektur, die traditionelle Banken bieten.

Abwägen von Risiko und Benutzerfreundlichkeit

Leider wird die Benutzerfreundlichkeit durch die Einhaltung der gesetzlichen Beschränkungen zur Bekämpfung der Geldwäsche oft eingeschränkt. Dabei müssen aber die Schlüsselaspekte des digitalen Zahlungsverkehrs mit den Compliance-Vorschriften in Einklang gebracht werden:

  • Einfache Anmeldung: Die erstmalige Einrichtung des Kontos ist schnell, einfach und ausschließlich online, was die Überprüfung der Identität erschwert.
  • Sofortige Transaktionen: Schnelle Transaktionen stellen bestehende Programme zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung (CFT) vor Herausforderungen.
  • Innovation: Innovative Start-Ups und Technologien eröffnen neue Wege für Finanzkriminelle
Wettlauf mit den Kriminellen

Die sich ständig weiterentwickelnde digitale Welt eröffnet neue Wege für kriminelle Aktivitäten. Die neuen Technologien bringen aber auch neue Tools mit sich, um diesem entgegenzuwirken. Big Data und KI werden von Überwachungssoftware genutzt, um über interne und externe Datenquellen Dritter Verbindungen zwischen Transaktionen und Parteien herzustellen. Ziel ist es, jede Transaktion in einen breiteren Kontext zu stellen. Banken und Zahlungsvermittler stehen stetig unter dem Druck, sich zu verbessern. Die Aufsichtsbehörden zwingen sie zur Umsetzung neuer Maßnahmen und zur Entwicklung einer effizienten Compliance-Lösung, um das Risiko von Finanzdelikten zu mindern. Die Aufrechterhaltung hoher Compliance-Standards ist nicht nur wichtig, um Bußgelder und Strafen zu vermeiden, sondern auch, um die Reputation einer Organisation zu wahren. P2P-Zahlungen werden in der Zukunft sicherlich zunehmen, und daher ist es für den Erfolg entscheidend, dass die Nutzer solchen Anwendungen vertrauen können.


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