Karsten Treiber/ Dezember 4, 2018/ Uncategorized

Kryptowährungen wurden, motiviert durch die Finanzkrise im Jahr 2008, so entwickelt, dass sie unabhängig von Finanzinstituten oder Nationen sind. Durch Peer-to-Peer Transaktionsauthentifizierung werden sie direkt zwischen Benutzern gehandelt. In den letzten Jahren nimmt die Beliebtheit und der Einsatz von Kryptowährungen stetig zu,  und damit auch der Druck zu deren Regulierung. Dies stellt die traditionellen Methoden der Bank-Compliance vor eine grosse Herausforderung.

Die Anonymität, die Liquidität und der von Nationen unabhängige Charakter von Kryptowährungen machen sie für Finanzverbrechen anfällig, insbesondere für alle drei Stufen der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung

  • Platzierung: Anonyme Konten können schnell und einfach eröffnet werden. Dies bietet gute Voraussetzungen illegales Geld in den Verkehr zu bringen.
  • Herkunftsverschleierung (Layering): Der von Nationen unabhängige Charakter ist ideal für den illegalen Transit durch Landesgrenzen.
  • Überführung (Integration): Die wachsende Liste an Waren, die mit Kryptowährungen gekauft werden können, erweitert die Integrationsmöglichkeiten.
  • Terrorismusfinanzierung: Durch die Anonymität und das Fehlen globaler Regulierung kann Terrorismusfinanzierung leicht verschleiert werden.

Die heterogene Herangehensweise verschiedener Regierungen spiegeln die große Herausforderung dar, den sich schnell entwickelnden Markt für Kryptowährungen zu regulieren. Dadurch entsteht ein Flickenteppich von unterschiedlichsten Richtlinien, der Unsicherheiten auf dem Markt entstehen läßt.

Aber eine weltweite Koordination liegt in Sicht. Im vergangenen Monat kündigte die Financial Action Task Force (FATF) die Vorbereitung der ersten globalen Leitsätze zur Vereinheitlichung der Vorschriften für Kryptowährungen an.

“Bis Juni werden wir zusätzliche Anweisungen zu den Standards und zu ihrer Durchsetzung geben”, erklärte FATF-Präsident Marshall Billingslea.

Laut Dr. Paulina Pesch, der Koordinatorin des deutschen Teilprojektes Bitcrime, kann man die klassischen Verdachtsmomente der Geldwäsche nicht so einfach auf Bitcoin übertragen.

Ob die neuen FATF-Vorschriften tatsächlich innovativ sein werden, wird sich zeigen. Sie sind aber auf jeden Fall ein sehr willkommener Schritt in die richtige Richtung.

Quellen:

  1. Allen and Ovary: Cryptocurrency AML risk considerations
  2. Interview mit Dr. Paulina Pesch, Koordinatorin von Bitcrime
  3. Reuters: Money laundering watchdog to set first cryptocurrency rules by June
Karsten Treiber

Über Karsten Treiber

Karsten Treiber ist Director Digital Finance der targens GmbH. Zu seinen Aufgaben gehört die Beurteilung von innovativen, verlässlichen und zugleich investitionssicheren IT - Architekturen sowie deren produktiven Einsatzmöglichkeiten. Sein Schwerpunktgebiet ist die Blockchain und Distributed Ledger Technologie und deren fachlicher Einsatz, Beurteilung und Feststellung von Auswirkungen auf Geschäftsmodelle. Er ist Mitglied in der SIG Blockchain der bwcon, sowie dem Blockchain Experten-Netzwerk blockLAB.