Tamara Tanaskovic/ September 9, 2019/ Uncategorized

Neue Ideen braucht das Land. Banken müssen Ressourcen aufwenden, um etwa regulatorische Vorgaben einzuhalten. Wie ist es möglich gegenüber FinTech-Unternehmen wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben? Ein erster Ansatz, der es Banken ermöglichen würde, Innovation aufrecht zu erhalten und einen drohenden Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer wie FinTechs zu vermeiden, besteht darin, sich mit FinTechs und/oder Technologieunternehmen zusammenzuschließen. So könnte eine produktive Zusammenarbeit in bestimmten Bereichen wie Kundenerfahrung, Produkte, Effizienz und Sicherheit aufgebaut werden. Data Analytics gewinnt im Rahmen von Innovationsmanagement zunehmend an Bedeutung, um z.B. neue Kundengruppen zu erschließen oder digitale Angebote marktreif anzubieten. Bankpartnerschaften müssen jedoch so gestaltet werden, dass das regulatorische Durchsetzungs- und Prozessrisiko effizient berücksichtigt wird.

Die Zusammenarbeit kann viele Formen annehmen: Fusionen, Übernahmen, Partnerschaften, Start eigener FinTech-Tochtergesellschaften, Startup-Programme zur Gründung von Unternehmen oder Joint Ventures zur Finanzierung von neunen Unternehmen. Das Corporate Venturing-Modell kann als eine Form von Partnerschaften dargestellt werden. Eine Zweite Möglichkeit besteht in der Open Innovation, die von der Closed Innovation abzugrenzen ist.

Open Innovation vs. Closed Innovation

Die Unterscheidung zwischen Open Innovation und Closed Innovation wird durch die Art und Weise bestimmt, wie Innovation entsteht. Während eine Closed Innovation in einem in sich abgeschlossenen Unternehmensumfeld entwickelt wird, bezieht Open Innovation externes Wissen mit ein. Eine “Open Innovation” geht demnach über die einfache Zusammenarbeit hinaus. Das „Open Innovation“ -Modell schlägt den Austausch von Daten und Informationen mit allen Interessengruppen des Ökosystems eines Unternehmens vor. D.h. andere Unternehmen oder sogar Branchen können beteiligt sein. Die „Open Innovation“ basiert auf der Idee, einem Unternehmen alle im relevanten Ökosystem verfügbaren Mittel (Daten, Wissen, Ideen usw.) zur Verfügung zu stellen, um eine einschlägige Innovationsstrategie zu verfolgen. Das „Open Innovation“- Modell umfasst einen Prozess in zwei Schritten: Zum einen den Austausch von Know-how unter den Akteuren und zum anderen die Umsetzung solchen Know-hows im Unternehmen.

Dieser Ansatz ermöglicht es Banken, Forschungs-und Entwicklungskosten gering zu halten oder gar zu vermeiden und die mit der Unsicherheit der Entwicklung der Märkte verbundenen Risiken zu teilen. Eine Zusammenarbeit zwischen den Akteuren ist oftmals eine Win-Win Situation, wenn es z.B. um fehlende Banklizenzen geht, die FinTech-Unternehmen möglicherweise daran hindert, bestimmte Arten von Dienstleistungen anbieten zu können. Eine Kooperation mit Technologieunternehmen kann neue Talente hervorbringen und es den etablierten Betreibern ermöglichen, ihre Innovationsfähigkeit zu steigern. Gerade kleine Banken halten dem Innovationsdruck nicht Stand und legen ihren Fokus, mangels personeller Ressourcen, auf die Einhaltung der Compliance-Anforderungen. Aber auch hier können Synergien genutzt werden um Geschäftsprozesse zu vereinfachen.

Schließlich könnten Banken auch eine eigene Innovationsstrategie entwickeln, die zu steigenden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung führen würde. Diese Art von Strategie wird als „Closed Innovation“ bezeichnet, bei der das Unternehmen nur auf seine eigenen Ressourcen setzt, um Innovationen zu fördern. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen konzentrieren sich jedoch in der Regel auf wenige Projekte und vernachlässigen daher den technologischen Fortschritt.

Referenzen:

https://www.springerprofessional.de/innovationsmanagement

Open Innovation: The New Imperative for Creating and Profiting from Technology, von Henry William Chesbrough, 2003.

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Tamara Tanaskovic

Über Tamara Tanaskovic

Tamara Tanaskovic ist als Senior Consultant bei der targens GmbH tätig. Nach ihrem universitären Abschluss mit Schwerpunkt Strafrecht, folgten postgraduierten Studien in London im Bereich Kartellrecht, Bankenregulierung und Compliance. Aktuell ist sie als Projektleiterin innerhalb des Produkts SMARAGD MDS tätig. Sie verantwortet die Erstellung und Optimierung der Regelwerke in Abstimmung mit dem Fachbereich des Kunden. Darüber hinaus gehört die fachliche Prüfung und die Bestimmung der rechtlichen und regulatorischen Anforderungen an die SMARAGD Compliance Suite zu ihren Kernkompetenzen.